Proscenium Ausgabe 176 Nr. 4_11.2017

 Luzerner Zeitung Agenda 07.10.2017

Kriens LU | 1. Oktober 2017 | Medienmitteilung

Pressebild_02 EA + JS harold-photography - harald bader-82Evelyne Aeschlimann (32), heisst die junge Frau aus Kriens LU. Sie hat das aussergewöhnliche Buch «Captured» («Gefangen») geschrieben und produziert die Geschichte jetzt als Musiktheater. Jakob Schönenberger, der erfahrene Zürcher Eventgestalter und  horeograph, ist überzeugt, dass man von dieser Sängerin, Musikerin und Theater-Produzentin und ihrem Erstling noch viel hören wird. Er  sagt:

«Diese junge Frau hat ein Riesenpotential!»

Die komplexe, spannende Geschichte spielt in einem Frauengefängnis. Sechs Insassinnen (im Bild v.l.n.r. Steffi Regner, Janet Kyeyune, Birgit Werner, Franca Basoli, Giulia Di Romualdo und Kim Lemmenmeier), zwei Wächter und der Direktor prallen mit ihren unterschiedlichen Charakteren aufeinander.

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Dem Publikum wird ein Machtspiel zwischen Licht und Dunkel vor Augen geführt. Gewagt, humorvoll und kompakt. Alles in allem eine herzergreifende Geschichte mit Botschaften für die heutige Zeit. Insgesamt werden bis zur Premiere am Mittwoch, 18. Oktober 2017, im
neuen Theatersaal des Kulturzentrums Schappe Süd in Kriens, vierzig Personen am Stück mitgearbeitet haben.

Wohl eher unbewusst noch schreibt Evelyne Aeschlimann zurzeit mit ihrem ersten Bühnenstück auch ein wichtiges, sicher prägendes Kapitel ihrer eigenen Lebensgeschichte. Bei der aber, im Gegensatz zum unkonventionellen Musiktheater, der Ausgang noch ungewiss ist. Als Produzentin hält sie in der hektischen und risikoreichen Kulturbranche, auch Tage vor der Premiere, ruhig alle Fäden in der Hand. Die Idee zu ihrem Theaterstück hat sie im letzten Jahr gemeinsam mit Showprofi Schönenberger verfeinert, es bis zur Bühnenreife entwickelt, samt 8 mal 3.50 Meter grossem LED-Bühnenbild. Zurzeit steckt sie mitten in den Proben, mit einer Reihe von erstklassigen, in Schweizer Theater- und Musicalkreisen bestens bekannten ProfidarstellerInnen. Regie führt Franca Basoli (im Bild mit Evelyne Aeschlimann).

Eigentlich könnte Evelyne Aeschlimann mit dem erlernten Beruf als Kauffrau mit Berufsmaturität oder auch als Mami eines fünfjährigen Lausbuben ein durchaus ruhigeres und wohl sorgenfreieres Leben führen. «Das ist aber nicht meine Bestimmung», sagt sie. Sie gesteht, dass sie in den vergangenen Monaten oft Grund genug gehabt hätte, das ganze Projekt sausen zu lassen. Obschon sie selbst in der Szene als erstklassige Sängerin / Musikerin und Komponistin gilt, die diese Fächer zwei Jahre lang in Los Angeles studiert hat, wird sie bei «Captured» nicht etwa als Akteurin auf der Bühne zu erleben sein. Kompetent genug wäre sie aber bestimmt auch dafür.

Ein weiterer Zürcher, der PR-Berater Heier Lämmler konfrontierte Evelyne Aeschlimann im nachfolgenden Interview mit Gedanken, die dem in Show-, Künstler- und Eventbereich erfahrenen Medienmann spontan in den Sinn kamen.

Evelyne Aeschlimann, wie geht es Ihnen drei Wochen vor der Uraufführung ihres Erstlings und das erst noch in einem völlig neuen Theater? Genau genommen ist es ja eine doppelte Premiere…

Evelyne Aeschlimann: «Es geht mir sehr gut, ich kann es aber manchmal fast nicht glauben, dass ich es bis hierhin geschafft habe und wir so viele Hindernisse überwinden konnten. Ich bin unglaublich froh, dass ich vor gut einem Jahr Jakob Schönenberger angerufen habe. Er hat mein Drehbuch gelesen und dann schon am Telefon gesagt, das Buch habe „Fleisch am Knochen“. So ist eine erfreuliche und konstruktive Zusammenarbeit entstanden. Das Buch hat auch danach alle überzeugt und zum Mitmachen motiviert. Auch Franca Basoli, die erfahrene und tolle Regisseurin, holt nun aus meinem Stück das Beste heraus. Zudem sind wahnsinnig gute Darstellerinnen und Darsteller mit dabei. Darauf bin ich schon ziemlich stolz!»

Sie sind nicht nur die Urheberin des Stückes, sondern zeichnen auch als Produzentin. Und das in der sehr aufwändigen und anspruchsvollen Kategorie Musiktheater. Sehr mutig! Woher haben sie das Selbstbewusstsein, dass es gut kommt?

Evelyne Aeschlimann: «Selbstbewusstsein habe ich eigentlich gar keines. Ich würde mich als eher schüchternen Menschen bezeichnen.
Dieses Projekt aber liess keine andere Wahl als über meinen eigenen Schatten zu springen. Es gab aber schon Zwischenfälle, wo ich alles hätte hinschmeissen können. Doch die Leidenschaft zur Musik und zum Schreiben war grösser als alles, was „Leiden schafft“. Ich bin stets dran geblieben – nicht wegen dem Selbstvertrauen, sondern eher mit Gottvertrauen.»

Was ist die Geschichte des Stücks – gibt’s ein Happy End?

Evelyne Aeschlimann: «Die Geschichte handelt von sechs Frauen im Gefängnis, zwei Wärtern und dem Gefängnisdirektor, alle von
unterschiedlichsten Charakteren. Sie sind nicht nur gefangen in einem Gefängnis auf einer Insel im Vierwaldstättersee, sondern gleichzeitig auch alles Gefangene ihrer selbst.

Machtspiele und Intrigen sind also an der Tagesordnung. Doch es gibt absolut keinen Grund das Theater bereits nach einem Drittel zu verlassen, denn jeder Charakter zeigt, je mehr man in die Geschichte hinein gerät, dann seine ganz eigene und persönliche Entwicklung. Und zurück zur Frage: Das Ende wird grossartig. Natürlich verrate ich es hier nicht!»

Wie kam es überhaupt dazu, dass sie ihren sicheren Berufsweg verlassen haben um sich auf diese Musiktheater-Schiene zu begeben?

Evelyne Aeschlimann:«Ich war in meinem Leben an einem Punkt, wo ich eine Art 180 Grad-Wende erlebte. Ich hatte die  Aufnahmeprüfung an die Musikhochschule Luzern „Musik und Bewegung“ bestanden. Auf einmal war sie wieder da, die Inspiration. Ich habe mich von ihr leiten lassen. Eine andere Energie war spürbar, ich fühlte Drive in mir und doch wusste ich nicht ganz genau, was es war. Auf Youtube sah ich die Werbung für die Netflix-Serie «Orange is the new Black». Daraufhin habe ich die erste Staffel bestellt und sie mir angeschaut. Ich war davon absolut captured – gefangen. Doch ich wollte was Eigenes machen, und dazu meine Musik  komponieren. Die Songs für dieses Projekt sind mir nur so zugeflossen. Und ich konnte gar nicht all meine Musik in dieses Drehbuch verpacken. Doch die schönsten Songs sind natürlich dabei.»

Was hat sie daran so fasziniert?

Evelyne Aeschlimann: «Ich hatte schon früh die Begabung, mich rasch in andere Menschen versetzen zu können. Ich war zwar die unauffällige Schülerin, die sich gerne in die Lehrpersonen einfühlte. Als Kind habe ich immer gedacht, wenn wir aus der Schule kommen, sind die Menschen nett zueinander. Dachte, das mit der Sozialkompetenz sei so ein Fach, das man einfach in der Schule lerne, so wie lesen und schreiben. Doch dann habe ich dieses Gesellschaftsspiel erkannt und durchschaut, dass wir das ein Leben lang spielen. Und wer nicht mitspielt, wird als erstes angegriffen oder ausgeschlossen.»

Und was ist Ihre Moral von dieser Erkenntnis?

«Die Gesellschaft hat mich seit eh und je fasziniert. In diesem Thema finde ich meine Bestimmung. Ich habe mich gefragt, was es ist, was unsere Gesellschaft am meisten braucht. Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Doch wo der Luxus boomt, boomen auch gleichzeitig die Psychologen und Psychiater. Der Leistungsdruck wird grösser, der Verkauf von Ritalin steigt an. Wir leben in einer Zeit, wo jeder mit dem anderen im Wettbewerb steht. Mit diesem Musiktheater möchte ich die Menschen einladen, in einer hektischen Welt für einen Moment inne zu halten. Ich möchte die Menschen inspirieren, dass sie sich Gedanken darüber machen was sie «wirklich» aus ihrem Leben machen möchten. Ausreden warum sie es nicht schaffen könnten zählen nicht, bzw. werden dann meistens erst auf dem Sterbebett bereut.»

In der Schweiz stellt man schnell die Geldfrage. Wer finanziert die ganze Produktion?

Evelyne Aeschlimann: «Wer den Willen, den Glauben und die Kraft hat, die Hürden des Lebens auf sich zu nehmen, wird dafür mit den süssesten Früchten belohnt. Dieses Zitat ist nur halb wahr, ohne Cash läuft in diesem Business ja wirklich nichts. Zum Glück konnten wir
dieses Projekt mit Erspartem und Sponsoringgeldern aufbauen. Dennoch kann man sich bei so einem Projekt leicht verausgaben. Doch ich habe ja auch die Zulassungsprüfung für angehende Treuhänder in der Tasche. Das kam mir zu gut und so kann ich auch die diversen, unvorhergesehenen Kosten, die so vor der Premiere auftauchen mit dem Budgetposten Reserve verbuchen.

An dieser Stelle möchte ich all unseren Sponsoren und all den Leuten Danke sagen, die
mich bisher unterstützt haben. Und an das Projekt glauben.»

Was erhoffen sie sich von den vier ersten Aufführungen Ende Oktober?

Evelyne Aeschlimann: «Natürlich wünsche ich mir ein breites Publikum. Und dass sich viele Menschen von der Botschaft des  Musiktheaters „Captured“ inspirieren lassen. Ich wünsche mir, dass die Leute einen spannenden und tollen Abend in unserem Musiktheater verbringen und sich später immer wieder gerne daran erinnern, dass sie damals in Kriens bei der Uraufführung mit dabei waren. Ich erhoffe mir mit den vier ersten Aufführungen auch viele Branchenleute anzusprechen, damit das Musiktheater danach weiter gehen kann und wir es vor einem grösseren Publikum aufführen dürfen.»

«Captured» –Musiktheater»
Uraufführung: Mittwoch, 18. Oktober 2017. 20 Uhr (Ende 22:15 Uhr)
Theater im Kulturzentrum Schappe Süd in Kriens
Weitere Aufführungen: 19. | 21. | 22. Oktober 2017
Kartenvorverkauf: TIcketino

www.captured-musiktheater.ch

Mitwirkende: Christoph Wettstein (ja der von “Ewigi Liebi“), Franca Basoli, Sebastian Andreas Ciminski-Knille, Giulia Di Romualdo, Janet Kyeyune, Kim Lemmenmeier, Steffi Regner, Daniel Schöpfer, Birgit Werner

Für weiter gehende Informationen: Direktkontakt Evelyne Aeschlimann
Telefon +41 79 307 16 39 | E-Mail: aeschlimann.evelyne@gmail.com

2017_09 | pro HL
EIne Medieninformation von heier.laemmler@promotionag.ch
im Auftrag von Captured Musiktheater

 KRIENSinfo 9/2017